Geschichte des Jazzbüro Hamburg

Als das Jazzbüro Hamburg 1996 gegründet wurde, war das Image für Hamburg als Jazzstätte zweitrangig. Man sprach von der Jazzstadt Hamburg in der Vergangenheit, und lobte die jüngere Nachkriegszeit. Hamburg war eine fast Zwei-Millionen-Stadt, in der Jazz durchaus stattfindet, aber vornehmlich als Veranstaltungsort für auswärtige Gäste (Fabrik, Musikhalle, Stadtpark). Der NDR sendete täglich zwei Stunden, die Hamburger Szene jedoch kam nicht vor. Die freien Musiker und Studenten waren engagiert, aber außer auf den Sessions im Birdland und Dennis hatten sie keinen Platz, zu spielen.

Daraus erwuchs der Gedanke, eine übergeordnete Instanz ins Leben zu rufen, die für den Jazz in Hamburg eintritt – insbesondere für den modernen und zeitgenössischen Jazz. Die Initiative erfolgte durch die aktiven Musiker selbst, in enger Zusammenarbeit mit der Kulturbehörde Hamburg. 1995 gab es ein erstes Open-Air-Festival in Planten un Blomen organisiert von Musikervereinen. Das gab schließlich den Anstoß für die Gründung des Jazzbüro Hamburgs im Frühjahr 1996. Die Gründungsmitglieder waren die Musikervereine Jazzhaus, TonArt und der Betreiberverein JazzCulture (Dennis Swing Club). 2002 wurde der Verein in einen Personenverein umstrukturiert.

Mittlerweile hat der zeitgenössische Jazz wieder einen stärkeren Stellenwert in der Hansestadt erlangt. Veranstalter entdecken vereinzelt den Jazz für sich, Spielstätten wie der Stage Club oder der Hafenbahnhof nehmen Jazz unregelmäßig, aber fest in ihr Programm. Das Jazzbüro Hamburg hat Verbindungen in seiner Zusammenarbeit geknüpft (wie z.B. einzelne Kirchen, die Schnittke-Akademie), was durchaus auch für andere Veranstalter Impulse gegeben hat, häufiger zeitgenössischen Jazz zu veranstalten. Erfreulich ist, dass die Veranstalter auf uns zukommen und Rat suchen, ob Jazz ein „Thema“ sein kann. Der NDR hat sich seit ein paar Jahren der Hamburger Szene gegenüber sehr geöffnet, und ist für uns in unserer Arbeit ein wichtiger und unterstützender Partner geworden.